News - BAFA Förderung ab 15.08.2022

Förderung durch das BAFA Förderprogramm „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“

Fördermaßnahmen durch das BAFA im Fördergegenstand „Anlagen zur Wärmeerzeugung (Heizungstechnik)“

Es gelten die Bestimmungen der Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt vom 16. September 2021. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat beschlossen, dass die Fördersätze für neue Heizungsanlagen zum 15.08.2022 reduziert werden. Des weiteren wird die Kreditförderung der BEG EM zum 28.07.2022 gestrichen.

Neuerungen der BAFA-Förderung ab 15.08.2022

  • Solarthermie: neu 25%
  • Biomasse (Stückholz- / Pelletheizung): neu 10%
  • Wärmepumpe: neu 25%
  • EE-Hybrid: neu 25%
  • EE-Hybrid mit Biomasse: neu 20%

Vorab gilt: Um nicht den Anspruch auf die Förderung zu verlieren ist es ganz wichtig, dass Sie den Förderantrag beim BAFA stellen, bevor Sie den Kaufvertrag mit einem Fachbetrieb abschließen oder mit der geplanten Maßnahme beginnen. Erst nach Eingang des Förderantrags beim BAFA (hier gilt das Eingangsdatum des Antrages beim BAFA) dürfen Sie den Kaufabschluss tätigen, bzw. die Ware kaufen oder bestellen.

Gefördert werden der Einbau von effizienten Wärmeerzeugern, von Anlagen zur Heizungsunterstützung und der Anschluss an ein Gebäude- oder Wärmenetz, das erneuerbare Energien für die Wärmeerzeugung mit einem Anteil von mindestens 25 Prozent einbindet. Zum Zeitpunkt der Förderantragstellung beim BAFA muss das Bauantragsdatum des Gebäudes mindestens 5 Jahre zurückliegen. Eine Förderung für Neubauten ist derzeit nicht möglich. Die Antragstellung für Anlagen zur Wärmeerzeugung (bspw. einer Solar- oder Biomasseheizung) kann auch ohne die Einschaltung eines Energieeffizienzexperten erfolgen.

Folgende Förderkriterien sind (u.a. ) bei Anlagen zur Wärmeerzeugung zu beachten:

  • mehr als 50% der durch den zu fördernden Kessel erzeugten Wärme müssen dem Heizungssystem zugeführt werden
  • der Anteil an erneuerbaren Energien im Gebäudenetz muss mindestens 25% betragen
  • bei dem betreffenden Gebäude handelt es sich um ein Bestandsgebäude (Der Gebäudebestand ist gegeben, wenn zum Zeitpunkt der Förderantragstellung beim BAFA das Bauantragsdatum für das Gebäude mindestens 5 Jahre zurückliegt)
  • der Einbau wird mit der Durchführung des hydraulischen Abgleichs verbunden
  • die Maßnahme wird durch einen Fachbetrieb durchgeführt 

Können die oben genannten Voraussetzungen erfüllt werden, empfehlen wir grundsätzlich den Antrag zu stellen (das muss vor dem Beginn der Maßnahme erfolgen), sowie aufgrund der Änderungen in den Förderrichtlinien seit 2022, auf den schriftlichen Zuwendungsbescheid zu warten.
Im Zuwendungsbescheid sind dann alle Fördervoraussetzungen nochmals aufgeführt.

Was passiert mit bereits gestellten Anträgen ?
Für Anträge, die bis zum Ablauf des 27. Juli 2022 (24 Uhr) eingereicht wurden, sind die bis zu diesem Zeitpunkt geltenden Bestimmungen anzuwenden. Abweichend hiervon können Anträge für die BEG EM Zuschussförderung beim BAFA bis zum Ablauf des 14. August 2022 (24 Uhr) nach den bislang geltenden Bestimmungen (Veröffentlichung vom 16. September 2021, BAnz AT 18.10.2021 B2) gestellt werden, jedoch begrenzt auf einen Antrag pro Antragsteller.

Sind Eigenleistungen förderfähig ?
Nein, Eigenleistungen und dabei entstandene Materialkosten sind aufgrund der notwendigen Qualitätssicherung nicht förderfähig, sondern nur Leistungen von Fachunternehmen und die Kosten des durch ein externes Fachunternehmen verbauten Materials. Eine private Durchführung, auch von Handwerkerinnen bzw. Handwerkern, ist nicht förderfähig. Notwendig ist eine gewerbliche Durchführung, nachgewiesen durch eine Rechnungsstellung an die Gebäudeeigentümerin/den Gebäudeeigentümer. Auch bei Kleinstbeträgen ist für die Anerkennung förderfähiger Materialkosten der Einbau durch ein Fachunternehmen Voraussetzung.

Gibt es die Möglichkeit, die Heizung selbst zu kaufen und von einer Fachfirma einbauen zu lassen ?
Erfolgt der Einkauf von Komponenten und Bauteilen nicht durch das ausführende Unternehmen, sondern durch die Bauenden, sind diese Kosten trotzdem förderfähig. Voraussetzung für die Förderzusage ist, dass die Bau- oder Sanierungsmaßnahmen durch ein Fachunternehmen umgesetzt werden.

Weitere FAQ zur BEG siehe:  https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/FAQ/BEG/faq-bundesfoerderung-fuer-effiziente-gebaeude.html
 

Die Förderübersicht ab 15.08.2022

Hier geben wir Ihnen eine kurze Übersicht über die möglichen Förderungen (Investitionszuschüsse) des BAFA:

 
  • Der Fördersatz einer Biomasseanlage beträgt
     
    • im Gebäudebestand: 10% (1)
    • im Gebäudebestand mit Heizungs-Tausch-Bonus (*): 20% (1)
    • bei besonders emmisionsarmen Biomasseanlagen erhöht sich der Zuschuss um weitere 5%
    • im Neubau: 0% (1)

     
  • Der Fördersatz einer thermischen Solarkollektoranlage(2) beträgt
     
    • im Gebäudebestand: 25% (1)
    • im Neubau: 0% (1)

     
  • Der Fördersatz einer Wärmepumpenanlage oder Erneuerbaren Energien Hybridheizung (EE-Hybride)(3) beträgt
     
    • im Gebäudebestand: 25% (1)
    • im Gebäudebestand mit Heizungs-Tausch-Bonus (*): 35% (1)
    • im Neubau: 0% (1)
 
  • Der Fördersatz einer Erneuerbaren Energien Hybridheizung (EE-Hybride) mit Biomasse(4) beträgt
     
    • im Gebäudebestand: 20% (1)
    • im Gebäudebestand mit Heizungs-Tausch-Bonus (*): 30% (1)
    • im Neubau: 0% (1)

Zusätzlich wird ein sogenannter "Wärmepumpen-Bonus" von 5 Prozentpunkten gewährt, wenn als Wärmequelle Wasser, Erdreich oder Abwasser erschlossen wird.

Die Förderung einer Gas-Hybridheizung mit erneuerbarer Wärmeerzeugung wurde komplett gestrichen.

 
(*)Die Förderung eines Heizungsaustauschs ist von der Austauschpflicht unabhängig; denn die Austauschpflicht erlaubt auch den Einbau einer rein fossilen Heizung und verpflichtet damit nicht zum Einbau einer EE-Heizung, der durch die Förderung angereizt werden soll. Der zusätzliche Öl-Austausch-Bonus in Höhe von 10% wird auf den Austausch von Gas-, Kohle- und Nachtspeicherheizungen ausgeweitet. Die zu ersetzende Heizung muss funktionsfähig sein. Gasheizungen müssen ein Mindestalter von 20 Jahren aufweisen (außer Gasetagenheizungen). Nach dem Austausch darf das Gebäude nicht mehr mit fossilen Brennstoffen im Gebäude oder gebäudenah beheizt werden.
 
1) Die Fördersätze beziehen sich auf die förderfähigen Kosten für die beantragte Maßnahme
2) Da eine Solarkollektoranlage nie allein die gesamte Heizlast eines Gebäudes tragen kann, wird hier keine Austauschprämie gewährt.
3) Kombination einer Wärmepumpen- und/oder Solarkollektoranlage
4) Kombination einer Biomasse- und/oder Solarkollektoranlage
 

Fallbeispiele:

 
Beispiel 1: Sie möchten Ihren alten Heizkessel austauschen und einen Holzvergaserkessel BioX in Kombination mit einer Solarthermieanlage installieren.
Für die Solaranlage und den Holzvergaserkessel in Kombination (EE-Hybride) können Sie 20% der gesamten förderfähigen Kosten beantragen. Für den Austausch der alten Heizung (*) erhöht sich der Fördersatz um 10 Bonuspunkte (Heizungs-Tausch-Bonus) auf insgesamt 30%.

Beispiel 2: Sie möchten zusätzlich zur alten Heizung eine Solarthermieanlage installieren. Hier können Sie 25% der gesamten förderfähigen Kosten als Zuschuss beantragen.
 

Was sind förderfähige Kosten?

Folgende Kosten, die tatsächlich entstehen, können für die Förderung angesetzt werden:
  • Anschaffungskosten für die neue Heizung
  • Kosten der Installation, Einstellung und Inbetriebnahme der neuen Heizung
  • folgende notwendige Maßnahmen in unmittelbarem Zusammenhang mit der Installation und Inbetriebnahme der neuen Heizung:
    • Deinstallation und Entsorgung der Altanlage inkl. ggf. Tanks
    • Optimierung des Heizungsverteilsystems (Beispiele: Anschaffung und Installation von Niedertemperatur-Heizkörpern, Verrohrung, Hydraulischer Abgleich, Einstellen der Heizkurve, ...)
    • notwendige Wanddurchbrüche
    • Erdbohrungen zur Erschließung der Wärmequelle bei Wärmepumpen
    • Schornsteinsanierung
    • Anschaffung und Installation von Speichern bzw. Pufferspeichern
  • Kosten für die Errichtung eines Staubabscheiders oder einer Einrichtung zur Brennwertnutzung bei Biomasseanlagen
  • Ausgaben für die Einbindung von Experten für die Fachplanung und Baubegleitung des Einbaus der geförderten Anlage
 
Die förderfähigen Kosten, die anerkannt werden können, sind begrenzt:
  • bei Gebäuden, die überwiegend dem Wohnen dienen (Wohngebäude), werden max. 120 000 Euro je Wohneinheit als förderfähige Kosten anerkannt
  • bei Gebäuden, die nicht überwiegend dem Wohnen dienen (Nichtwohngebäude), werden max. 1 000 Euro pro Quadratmeter Nettogrundfläche, insgesamt maximal 5 Millionen Euro je Gebäude als förderfähige Kosten anerkannt
Grundsätzlich können hier die Bruttokosten, d.h. inklusive Umsatzsteuer, angesetzt werden. Allerdings können vorsteuerabzugsberechtigte Antragsteller nur die Nettokosten geltend machen.

Alle Informationen und Fördervoraussetzungen zum Heizen mit Erneuerbaren Energien finden Sie auf der Webpräsenz des BAFA unter www.bafa.de


Das Antragsverfahren

Das sollten Sie vor der Antragstellung beachten:

Die Investitionszuschüsse im Programm Heizen mit erneuerbaren Energien sind immer vor dem Kauf der Anlage bzw. Vertragsschluss mit einem Installateur beim BAFA zu beantragen. Die Antragstellung erfolgt via Onlineformular, die entsprechenden Antragsformulare finden Sie auf der Website des BAFA www.bafa.de

WICHTIG: Da die Fördersumme abhängig von den Leistungen bzw. den Kosten der Maßnahme ist, die gefördert werden sollen, benötigen Sie die förderfähigen Kosten bereits vor der Antragstellung durch Einholung der entsprechenden Angebote. Diese Kosten müssen bereits bei der Antragstellung angegeben werden und können im Nachhinein nicht mehr nach oben geändert werden.

 

Möglicher Ablauf der Antragstellung beim BAFA

1. Antrag stellen

Wichtig ist zunächst, dass Sie den Förderantrag beim BAFA stellen, bevor Sie den Kaufvertrag mit einem Fachbetrieb abschließen oder mit der geplanten Maßnahme beginnen. Sämtliche Angebote über förderfähige Kosten sollten Ihnen dann bereits vorliegen, denn diese können laut BAFA später nicht mehr nach oben korrigiert werden.

2. Rückmeldung vom BAFA

Sie erhalten vom BAFA per E-Mail in der Regel unmittelbar nach erfolgter Online-Antragstellung eine kurze Bestätigung über den Eingang des Antrages, sowie nach ca. 5 - 10 Wochen (je nach Auslastung) postalisch die weiteren Förderunterlagen (Zuwendungsbescheid, Verwendungsnachweis, Fördervoraussetzungen, Hinweise über noch einzureichende Unterlagen, ...) und die Online-Zugangsdaten für den Upload der Förderunterunterlagen mit Verwendungsnachweis.
Tipp: Nach Erhalt der Eingangsbestätigung vom BAFA dürfen Sie mit der geplanten Maßnahme beginnen und die Anlage installieren und in Betrieb nehmen. Allerdings haben Sie damit noch keine Zuschussbewilligung. Falls Sie die Bewilligung des Zuschusses vom BAFA abwarten wollen, sollten Sie auf den postalischen Zuwendungsbescheid warten.

3. Installation und Inbetriebnahme der Anlage

Sie können nun innerhalb einer Frist von ca. 24 Monaten (die Frist steht auch im Zuwendungsbescheid) die Anlage kaufen, installieren und die Inbetriebnahme durchführen lassen (Bewilligungszeitraum).

4. Verwendungsnachweis einreichen
Nach Installation und Inbetriebnahme der Solaranlage reichen Sie beim BAFA online per elektronischem Formular den Verwendungsnachweis mit den weiteren notwendigen Unterlagen ein, spätestens jedoch innerhalb von 6 Monaten nach Ablauf des Bewilligungszeitraumes. Sie erhalten dann in der Regel nach ca. 6 - 8 Wochen den Zuschuss auf das von Ihnen im Antrag angegebenen Konto.
Tipp: Bitte beachten Sie unbedingt die Fristen zum Abruf der Förderung, damit diese nicht verstreichen. Wir empfehlen eine möglichst zeitnahe Installation und Inbetriebnahme.
 

Hinweis: Auszugsweise sind hier obenstehend die wichtigsten Punkte der BAFA-Förderung mit Beispielen und Anmerkungen aufgeführt.

Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen und Irrtümer vorbehalten.
Quelle: https://www.solarbayer.de/foerderung.html